GEO & KI-Sichtbarkeit · 2026-08-21 · 14 Min.

AI Overviews und Ihr Traffic: Warum die Studien von 15 bis 89 Prozent reichen und welche Zahl für Sie gilt

Michael Kaiser

Michael Kaiser

Co-Founder & Head of Systems, Vincency

Je nachdem, welchen Beitrag Sie lesen, kosten AI Overviews Sie 15 Prozent Ihrer Klicks oder 89 Prozent. Beide Zahlen stammen aus echten Messungen, und keine davon ist falsch. Die Spannweite bedeutet nicht, dass das Feld unübersichtlich ist. Sie bedeutet, dass die Studien verschiedene Fragen gestellt haben, und die Antwort, die für Ihr Unternehmen zählt, hängt davon ab, welche dieser Fragen Ihrer Lage ähnelt.

Was die beiden belastbarsten Messungen tatsächlich getan haben

Zwei Untersuchungen ragen heraus, weil ihre Methode offen genannt und nachprüfbar ist. Sie lohnen die Lektüre, bevor irgendeine Prozentzahl zitiert wird.

StudieWas gemessen wurdeErgebnis
Pew Research Center, veröffentlicht am 22. Juli 2025Tatsächliches Surfverhalten von 900 Erwachsenen in den USA, März 2025: 68.879 Google-Suchen, davon 12.593 mit KI-ZusammenfassungEin klassisches Ergebnis wurde bei 8 Prozent der Suchen mit Zusammenfassung angeklickt, ohne Zusammenfassung bei 15 Prozent
Ahrefs, veröffentlicht am 17. April 2025300.000 Keywords, je zur Hälfte mit AI Overview und informationsgetrieben ohne, Vergleich März 2024 gegen März 2025 auf Basis von Search-Console-DatenDie Klickrate auf Position 1 fiel von 0,073 auf 0,026, ein relativer Rückgang von rund 34,5 Prozent gegenüber der Prognose

Beachten Sie den Unterschied. Pew hat Menschen beobachtet und Besuche gezählt. Ahrefs hat Keywords beobachtet und Raten gezählt. Beides ist zulässig, beides ergibt nicht dieselbe Zahl, und ein Mittelwert aus beidem beschriebe nichts.

Ein Detail aus den Pew-Daten verdient eine eigene Zeile, weil es am häufigsten weggelassen wird: Auf 26 Prozent der Seiten mit KI-Zusammenfassung endete die Sitzung vollständig, gegenüber 16 Prozent ohne. Die Zusammenfassung lenkt den Klick nicht nur um. Sie beendet die Suche häufig ganz.

Warum die veröffentlichte Spannweite so groß ist

Drei Größen verschieben das Ergebnis, und fast jede Schlagzeilenzahl verschweigt mindestens eine davon.

GrößeWirkung auf die ZahlWas Sie fragen sollten
SuchintentionInformationsfragen verlieren am meisten, Kaufabsicht und lokaler Bezug deutlich wenigerWelche Abfragetypen waren in der Stichprobe?
MetrikRelativer Rückgang, absolute Rate und Anteil klickloser Sitzungen weichen für denselben Vorgang stark abRelativ wozu genau?
Keyword-AuswahlEine Stichprobe aus navigierenden Abfragen erzeugt konstruktionsbedingt ExtremwerteWie wurden die Keywords ausgewählt?

Deshalb kann eine Zahl wie 89 Prozent zugleich zutreffend und unbrauchbar sein. Sie beschreibt einen bestimmten Ausschnitt, meist navigierende Abfragen, bei denen eine Zusammenfassung die ganze Frage beantwortet. Sie als Wirkung auf Ihre Website zu zitieren, ist keine kleine Ungenauigkeit, sondern eine andere Messung.

Welcher Teil einer B2B-Website tatsächlich betroffen ist

Die brauchbare Trennung verläuft nicht nach Branche, sondern nach dem Zweck einer Seite. Eine KI-Zusammenfassung kann eine Erklärung gut wiedergeben und eine Entscheidung schlecht ersetzen.

Betroffen sind die erklärenden Seiten: Definitionen, Hintergrundartikel, Ratgeber, alles, was beantwortet, was eine Sache ist und wie sie funktioniert. Genau dieses Material bewältigt eine siebzig Wörter lange Zusammenfassung gut, und es ist häufig der Teil einer mittelständischen Website, der die meisten Impressionen trägt.

Weniger betroffen sind die Seiten, an denen eine Entscheidung entsteht: Leistungen, Preise, Referenzen, Vorgehen, alles Spezifische. Eine allgemeine Antwort ersetzt sie nicht, weil die Frage dahinter nicht allgemein ist. Von dort kommen zugleich die Anfragen, was das Bild gegenüber den Schlagzeilenzahlen erheblich mildert.

Die unbequeme Folge für die Inhaltsstrategie: Der Beitrag, der allein geschrieben wurde, um über eine allgemeine Frage Besucher anzuziehen, ist der am stärksten gefährdete Bestandteil Ihrer Website. Der Beitrag, der eine spezifische Frage zu einer konkreten Entscheidung beantwortet, ist der haltbarste.

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Die Gegenbewegung, mit ihrer eigenen Einschränkung

Dieselben Pew-Daten enthalten die Gegenbewegung. 88 Prozent der untersuchten Zusammenfassungen nannten drei oder mehr Quellen, ihre durchschnittliche Länge lag bei 67 Wörtern. Eine dieser Quellen zu sein bedeutet, an einer Stelle aufzutauchen, die es vorher nicht gab, oberhalb der klassischen Ergebnisse und dort, wo tatsächlich gelesen wird.

Die Einschränkung steht im selben Datensatz und fehlt in der optimistischen Fassung regelmäßig: Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung wurde nur bei 1 Prozent aller Besuche geklickt. Zitiert zu werden erzeugt also Sichtbarkeit, Namensbekanntheit und die Chance, der Anbieter zu sein, den jemand später bei der direkten Suche wiedererkennt. Es erzeugt nicht verlässlich Sitzungen. Wer Zitation als Traffic-Kanal verkauft, überdehnt eine Zahl, die das nicht hergibt.

Was die GEO-Studie zeigt und was der Markt daraus macht

Eine Untersuchung wird in nahezu jedem Beitrag zu diesem Thema zitiert, meist mit einer präzise klingenden Zahl zu einer einzelnen Maßnahme. Es lohnt sich, nachzulesen, was dort steht.

GEO: Generative Engine Optimization von Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan und Deshpande wurde im November 2023 eingereicht, im Juni 2024 überarbeitet und auf der KDD-Konferenz 2024 veröffentlicht. Die Arbeit zeigt in einem kontrollierten Aufbau, dass sich Inhalte gezielt für höhere Sichtbarkeit in generativen Antworten optimieren lassen, und nennt eine Verbesserung von bis zu 40 Prozent. Dafür führt sie einen eigens gebauten Benchmark ein.

Das ist ein echtes und nützliches Ergebnis: Es ist der Grund, überhaupt anzunehmen, dass Optimierung für KI-Antworten möglich ist und nicht bloß Wunschdenken. Es ist aber ein Laborergebnis auf einem selbst gebauten Benchmark und keine Messung an Google im Jahr 2026. Die präzisen Einzelzahlen, die für einzelne Maßnahmen zirkulieren, stehen in dieser Form nicht im Abstract. Wir erwähnen das nicht, um die Arbeit kleinzureden, sondern weil eine so oft zitierte Studie es verdient, richtig zitiert zu werden, und weil ein Angebot, das sie mit Nachkommastelle anführt, damit etwas über die eigene Quellenarbeit sagt.

Wie Sie es an einem Nachmittag selbst messen

Keine Branchenzahl beantwortet die Frage für Ihre Website. Ihre eigene Search Console tut es, mit einer Trennung, die die meisten auslassen.

  • Teilen Sie Ihre Seiten nach Zweck. Ratgeber und erklärende Beiträge in die eine Gruppe, Leistungen, Preise und Referenzen in die andere. Zwei Listen, einmal angelegt.
  • Vergleichen Sie Impressionen und Klicks je Gruppe getrennt über die letzten zwölf Monate. Nicht die Gesamtsumme, die verdeckt den Effekt.
  • Lesen Sie das Muster. Impressionen stabil und Klicks fallend heißt, die Zusammenfassung nimmt den Klick. Beides fallend heißt Ranking- oder Wettbewerbsproblem und hat mit KI nichts zu tun. Impressionen steigend bei gleichbleibenden Klicks ist das Muster, das wir im Mittelstand am häufigsten sehen.
  • Prüfen Sie, wo Sie schon Quelle sind. Stellen Sie einem KI-Assistenten eine Handvoll Ihrer Kernfragen und notieren Sie, ob Sie vorkommen und ob stimmt, was über Sie gesagt wird. Das kostet zwanzig Minuten und sagt mehr als ein Bericht.

Ergibt diese Prüfung ein klares Signal, sagt sie Ihnen zugleich, wohin Budget gehört. Ergibt sie Rauschen, ist auch das eine Antwort: Der Effekt auf Ihre Seite ist kleiner als die Berichterstattung nahelegt, und das Geld ist anderswo besser aufgehoben.

Fazit

Die Messungen sind echt, und sie gehen aus guten Gründen auseinander. Pew hat Menschen beobachtet und fand die Klicks auf klassische Ergebnisse von 15 auf 8 Prozent fallen, sobald eine Zusammenfassung erscheint. Ahrefs hat Keywords beobachtet und fand Position 1 um rund 34,5 Prozent zurückgehen. Beides beschreibt dieselbe Verschiebung aus verschiedenen Blickwinkeln, und keine der Zahlen ist die für Ihr Unternehmen. Gefährdet ist auf einer B2B-Website die erklärende Hälfte, nicht die verkaufende, und dieselben Daten, die den Verlust zeigen, weisen auch aus, dass 88 Prozent der Zusammenfassungen drei oder mehr Quellen nennen. Nehmen Sie die Spannweite als Anlass zu messen und nicht als Anlass zur Panik, und seien Sie misstrauisch gegenüber jedem Angebot, das diese Frage mit einer einzigen Nachkommastelle beantwortet. Wenn Sie diese Messung an Ihren eigenen Seiten vornehmen möchten, ist genau das der Zweck eines Erstgesprächs, und die Budgetseite steht in was GEO kostet.

Häufige Fragen zum Klickverlust durch AI Overviews

Wie stark sinken die Klicks durch AI Overviews wirklich?

Das hängt davon ab, was gemessen wurde. Das Pew Research Center hat im März 2025 das tatsächliche Surfverhalten von 900 Erwachsenen in den USA ausgewertet, 68.879 Google-Suchen, davon 12.593 mit KI-Zusammenfassung. Ergebnis: Bei Suchen mit Zusammenfassung wurde in 8 Prozent der Fälle ein klassisches Ergebnis angeklickt, ohne Zusammenfassung in 15 Prozent. Ahrefs hat mit 300.000 Keywords und Search-Console-Daten gerechnet und für Position 1 einen relativen Rückgang von rund 34,5 Prozent ermittelt. Beide Zahlen stimmen, sie beantworten nur verschiedene Fragen. Die eine misst Menschen, die andere Keywords.

Warum reichen die veröffentlichten Werte von 15 bis 89 Prozent?

Weil drei Dinge variieren. Erstens die Suchintention: Informationsfragen verlieren am meisten, weil die Antwort in der Zusammenfassung steht, während Suchen mit Kaufabsicht oder lokalem Bezug weit weniger betroffen sind. Zweitens die Metrik: relativer Rückgang, absolute Klickrate oder Anteil der Sitzungen ohne Klick führen zu ganz unterschiedlichen Prozentzahlen für denselben Sachverhalt. Drittens die Auswahl der Keywords. Eine Studie, die gezielt navigierende Abfragen untersucht, kommt zwangsläufig auf andere Werte als eine, die über alle Abfragetypen mittelt. Wer eine einzelne Zahl aus einer solchen Studie zitiert, ohne die Auswahl zu nennen, zitiert nicht die Studie, sondern ihren extremsten Ausschnitt.

Ist mein B2B-Unternehmen überhaupt betroffen?

Teilweise, und die Unterscheidung ist wichtiger als die Gesamtzahl. Betroffen sind erklärende Inhalte, also Definitionen, Ratgeber und Grundlagenartikel, weil genau die eine KI-Zusammenfassung gut wiedergeben kann. Weniger betroffen sind Seiten mit konkreter Kaufabsicht, mit Preisen, mit lokalem Bezug oder mit spezifischen Angaben zu Ihrem Angebot, weil die eine allgemeine Antwort nicht ersetzt. Für ein mittelständisches Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Leistungen heißt das: Der Ratgeberteil der Website verliert eher, der Angebotsteil weniger. Prüfen lässt sich das an den eigenen Zahlen, nicht an einer Studie.

Gibt es auch eine Gegenbewegung?

Ja, und sie steht in derselben Pew-Auswertung. 88 Prozent der untersuchten KI-Zusammenfassungen nannten drei oder mehr Quellen. Wer darin vorkommt, erscheint also an einer Stelle, an der vorher gar nichts war. Die Einschränkung dazu steht ebenfalls in den Daten: Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung wurde nur in 1 Prozent aller Besuche geklickt. Zitiert zu werden erzeugt vor allem Sichtbarkeit und Nennung des Namens, nicht automatisch Besuche. Wer daraus ein Klickversprechen macht, überdehnt die Zahl.

Was zeigt die vielzitierte GEO-Studie tatsächlich?

Weniger, als ihr im Markt zugeschrieben wird. Das Paper von Aggarwal und anderen, eingereicht im November 2023 und 2024 auf der KDD-Konferenz veröffentlicht, zeigt in einem kontrollierten Aufbau, dass sich Inhalte gezielt für höhere Sichtbarkeit in generativen Antworten optimieren lassen, mit einer Verbesserung von bis zu 40 Prozent. Das ist ein belastbares Ergebnis, aber es ist ein Laborergebnis auf einem eigens gebauten Benchmark, nicht eine Messung an Google. In Agenturtexten wird daraus häufig eine präzise klingende Einzelzahl für eine einzelne Maßnahme. Die steht in dieser Form nicht im Abstract.

Wie messe ich das für meine eigene Website?

Mit der Search Console und einer Trennung, die viele auslassen. Vergleichen Sie Impressionen und Klicks getrennt nach Suchintention: einmal Ihre Ratgeber- und Grundlagenseiten, einmal Ihre Leistungs- und Preisseiten. Wenn die Impressionen stabil bleiben und nur die Klicks fallen, sehen Sie den Effekt der Zusammenfassung. Fallen beide, ist es ein Ranking-Thema und hat mit KI nichts zu tun. Diese eine Trennung beantwortet die Frage für Ihr Unternehmen zuverlässiger als jede Branchenzahl.

Was folgt daraus praktisch?

Drei Dinge. Erstens: Erklärende Inhalte sollten nicht mehr allein auf den Klick abzielen, sondern darauf, korrekt zitiert zu werden, also klare Aussagen, saubere Zahlen und eine Struktur, die sich in Auszügen wiedergeben lässt. Zweitens: Der Teil der Website, an dem Geschäft entsteht, gehört gestärkt, weil er weniger betroffen ist. Drittens: Nicht auf eine einzelne Marktzahl steuern. Messen Sie den Effekt an Ihren eigenen Seiten, bevor Sie Budget verschieben.

Quellen, Stand und Hinweis: Alle Zahlen an den Primärquellen geprüft. Pew Research Center, veröffentlicht am 22. Juli 2025, ausgewertet wurden Browserdaten vom 1. bis 31. März 2025: 900 Erwachsene in den USA, 68.879 Google-Suchen, davon 12.593 mit KI-Zusammenfassung; ein klassisches Ergebnis wurde bei 8 Prozent der Besuche mit Zusammenfassung angeklickt gegenüber 15 Prozent ohne; ein Link innerhalb der Zusammenfassung bei 1 Prozent aller Besuche; auf 26 Prozent der Seiten mit Zusammenfassung endete die Sitzung gegenüber 16 Prozent ohne; 88 Prozent der Zusammenfassungen nannten drei oder mehr Quellen; durchschnittliche Länge 67 Wörter. Ahrefs, veröffentlicht am 17. April 2025: 300.000 Keywords, davon 150.000 mit AI Overview und 150.000 informationsgetrieben ohne, Search-Console-Daten für Desktop, März 2024 gegen März 2025; Klickrate auf Position 1 von 0,073 auf 0,026, ein relativer Rückgang von rund 34,5 Prozent gegenüber einer Prognose von 0,040. Aggarwal und andere, GEO: Generative Engine Optimization, arXiv 2311.09735, eingereicht am 16. November 2023, überarbeitet am 28. Juni 2024, veröffentlicht auf der KDD 2024; das Abstract nennt Verbesserungen der Sichtbarkeit von bis zu 40 Prozent auf einem eigens gebauten Benchmark. Hinweis zur Spannweite: Die Werte 15 und 89 Prozent in der Überschrift sind die äußeren Ränder der zu diesem Effekt unabhängig veröffentlichten Auswertungen. Sie stehen hier, um die Streuung zu zeigen, nicht als eigene Messung, und keiner der beiden Werte wurde an seiner Primärquelle geprüft. Die Beobachtung, welches Muster uns im Mittelstand am häufigsten begegnet, stammt aus eigener Projekterfahrung und ist keine gemessene Größe. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 21. August 2026 wieder. Transparenz: Michael Kaiser ist Co-Founder von Vincency, und Vincency verkauft die Sichtbarkeitsarbeit, um die es hier geht.